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„Überfachliches Doktorandenkolloquium“"Selbst, wenn man sich fachlich gut betreut fühlt oder das Thema der Dissertation im Prinzip keine Schwierigkeiten machen dürfte, kann es zu Störungen im Ablauf eines Promotionsvorhabens kommen. Diese können im persönlichen und privaten Bereich liegen oder hängen von strukturellen Dingen ab. Ein fachliches Doktorandenkolloquium in Institut oder Fakultät kann da in den seltensten Fällen helfen, zumal man im Umgang mit Mitdoktoranden und dem Betreuer eher ungern zugibt, unter Problemen zu leiden. Gespräche im „Schonraum“ eines überfachlichen Doktorandenkolloquiums sind für mich persönlich und auch für alle anderen Teilnehmer eine große Hilfe. Die Schwierigkeiten ziehen sich quer durch alle Fächer und Fakultäten und spiegeln alle Facetten möglicher Störungen wieder. Probleme in Familie und Partnerschaft können nämlich in gleichem Maße den Fortgang des Promotionsverfahrens behindern wie Schwierigkeiten mit dem Betreuer oder die fehlende Passung zwischen Thema und Doktorand. Wie eine Baustelle benötigt ein Promotionsvorhaben ein gut geplantes Fundament, auf dem das Gebäude "Dissertation" entstehen kann. Das bestgeplante "Haus Doktor" -versehen mit allen architektonischen Künsten und errichtet nach allen Regeln der Baukunst- ist einsturzgefährdet, wenn dieses Fundament handwerklich schlecht ausgeführt wird. Der höchste "Leuchtturm" des wissenschaftlichen Arbeitens kann nur so stabil sein wie die fachliche, organisatorische und mentale Basis. Sich besser organisieren zu lernen und dabei mental gestützt zu werden ist der Auftrag, den die "Firma Doktorandengruppe" auf der "Baustelle Dissertation" gerne übernommen hat. Die Gruppe hat im Laufe der Jahre ihr Gesicht immer wieder verändert, war mal kleiner und mal größer. Eins hat jedoch Bestand: Bei jedem Problem wird zugehört, alle Themen sind erlaubt und in den meisten Fällen kann man konkrete Hilfe, einen kleinen Ratschlag oder einfach nur Trost bekommen. Wer unangenehme Aufgaben vor sich herschiebt, hat „seinen“ Termin, an dem er den anderen und sich selbst den Vollzug melden kann. Die Möglichkeit, sich über ein fertiggestelltes Exposé, einen gelungenen Vortrag oder beendete Kapitel der Dissertation mit der Gruppe zu freuen, ist zugleich Ansporn für die anderen, das Ziel des Doktortitels nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn man längere Zeit an diesem Kolloquium teilgenommen hat, kann man feststellen, wie die konkrete Dissertation und man selbst als Persönlichkeit an den Herausforderungen wächst, die ein Großprojekt „Promotion“ an diese Lebensphase stellt. Das überfachliche Doktorandenkolloquium ist eine regelmäßige Verabredung mit sich selbst, bei der man unter professioneller Leitung Hilfestellung bekommt und durch das Sich-Einbringen in die Gruppe gleichzeitig auch anderen Mitdoktoranden helfen kann. Uwe H., Berufspädagoge |
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Erfahrungsberichte Bericht 1
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